Öffnungszeiten überall anders im Netz? Warum das Kunden vor die verschlossene Tür schickt
Warum ein Kunde vor Ihrer Tür steht, obwohl Sie längst geschlossen haben
Stellen Sie sich das mal vor. Jemand hat sich Ihren Betrieb rausgesucht, ist quer durch die Stadt gefahren, steht jetzt vor Ihrer Tür. Und die ist zu. Auf Google stand aber, Sie hätten geöffnet.
Was denkt dieser Mensch in dem Moment? Nicht: "Ach, Google hat die Zeiten nicht aktualisiert." Sondern: "Was für ein unzuverlässiger Laden." Die Schuld landet bei Ihnen. Nicht bei der Technik.
Und das ist der Punkt, den fast jeder Betrieb übersieht. Ihre Öffnungszeiten stehen nicht an einer Stelle im Netz. Sie stehen an fünf. Auf der Website, im Google-Profil, bei Facebook, in irgendeinem alten Branchenverzeichnis, in das Sie vor Jahren mal eingetragen wurden. Und die Wahrscheinlichkeit, dass alle fünf dasselbe sagen, ist erschreckend gering.
Der stille Kundenkiller: fünf Quellen, fünf Wahrheiten
Das ist kein Fehler, den man aus Faulheit macht. Das passiert schleichend.
Sie ändern Ihre Öffnungszeiten. Sagen wir, Sie machen mittwochs jetzt erst um 10 auf statt um 9. Auf der Website tragen Sie das ein, weil Sie da regelmäßig draufschauen. Das Google-Profil? Haben Sie vielleicht vor drei Jahren eingerichtet und seitdem nicht mehr angefasst. Die Facebook-Seite? Läuft nebenher. Und in den Branchenverzeichnissen wissen Sie oft gar nicht mehr, wo Sie überall gelistet sind.
Ergebnis: An fünf Stellen im Netz erzählen fünf verschiedene Angaben fünf verschiedene Geschichten über Ihren Betrieb. Und der Kunde, der Sie nicht kennt, glaubt der erstbesten, die er findet.
Das gilt übrigens nicht nur für die Öffnungszeiten. Genauso schlimm ist eine alte Telefonnummer, unter der niemand mehr abhebt. Oder eine Adresse, die noch auf den Standort verweist, aus dem Sie vor zwei Jahren ausgezogen sind. Jemand fährt zur alten Adresse, findet Sie nicht, gibt auf. Sie merken davon nichts. Der Kunde ist einfach weg.
Warum daraus oft eine schlechte Bewertung wird
Hier wird es unangenehm. Denn der Ärger bleibt nicht folgenlos.
Jemand, der umsonst vor Ihrer Tür stand, ist verärgert. Und wo lässt man heute Ärger ab? In einer Bewertung. "War extra hergefahren, hatte laut Google offen, war aber zu. Nie wieder." Ein Stern.
Das Bittere daran: Sie haben nichts falsch gemacht. Sie hatten zu Ihren echten Zeiten offen. Aber die falsche Angabe im Netz hat den Menschen in die Irre geführt, und die schlechte Bewertung hängt jetzt trotzdem an Ihrem Namen. Wer sie liest, sieht nicht die Ursache. Der sieht nur den einen Stern.
Wie Sie ehrlich an gute Bewertungen kommen und welche Abkürzungen dabei gefährlich sind, haben wir an anderer Stelle beschrieben. Aber die einfachste Bewertung, die Sie vermeiden können, ist die, die aus einem vermeidbaren Missverständnis entsteht.
Fair gesagt: Sie müssen nicht überall eingetragen sein
Jetzt die andere Seite, weil das wichtig ist.
Manche Ratgeber tun so, als müssten Sie in jedem Verzeichnis der Welt vertreten sein. Das stimmt nicht. Sie müssen nicht auf zwanzig Plattformen gleichzeitig auftauchen. Ein Kosmetikstudio braucht kein Profil in einem Handwerker-Verzeichnis. Eine Kfz-Werkstatt muss nicht bei jedem Restaurant-Portal gelistet sein.
Es geht nicht um Vollständigkeit. Es geht um Sauberkeit.
Die Regel ist einfach: Die Handvoll Stellen, an denen Sie tatsächlich auftauchen, muss dieselbe Wahrheit erzählen. Mehr nicht. Ob das drei Stellen sind oder sechs, ist egal. Wichtig ist nur, dass keine davon lügt.
Für die allermeisten kleinen Betriebe sind das ohnehin nur wenige Punkte, die wirklich zählen:
- Ihre eigene Website. Die Quelle, auf die Sie vollen Zugriff haben.
- Ihr Google-Profil. Das sieht praktisch jeder, der Sie sucht. Warum das oft mehr bringt als die Website selbst, haben wir hier ausführlich erklärt.
- Facebook oder Instagram, falls Sie das nutzen.
- Ein, zwei Branchenverzeichnisse, in denen Sie tatsächlich gefunden werden.
Und ganz ehrlich: Wenn ein altes Verzeichnis niemand mehr besucht, müssen Sie sich damit gar nicht abmühen. Konzentrieren Sie sich auf die Stellen, an denen echte Menschen wirklich landen.
Kein Technik-Projekt, sondern eine Aufräumaktion von 30 Minuten
Das Beste kommt jetzt. Diese Sache klingt größer, als sie ist.
Das ist kein Software-Projekt. Da wird nichts programmiert. Sie brauchen dafür keinen Fachmann und keinen Termin. Sie brauchen eine halbe Stunde und einen Kaffee.
So gehen Sie vor:
Schritt eins: Alles zusammensuchen. Googeln Sie Ihren eigenen Betriebsnamen. Schauen Sie sich an, was auftaucht. Website, Google-Profil, Facebook, Verzeichnisse. Machen Sie sich eine kleine Liste, wo Sie überall stehen.
Schritt zwei: Die eine Wahrheit festlegen. Schreiben Sie auf einen Zettel Ihre echten, aktuellen Angaben. Öffnungszeiten, Telefonnummer, Adresse. Das ist ab jetzt Ihre Vorlage. Genau das steht überall zu stehen, Wort für Wort, Ziffer für Ziffer.
Schritt drei: Durchgehen und angleichen. Jede Stelle einmal öffnen, mit der Vorlage vergleichen, korrigieren. Fertig.
Ich sage das so deutlich, weil ich es immer wieder sehe: Es gibt kaum eine Maßnahme mit einem besseren Verhältnis von Aufwand und Nutzen. Eine halbe Stunde einmal, und Sie schicken keinen Kunden mehr grundlos vor die verschlossene Tür.
Der Punkt, den fast alle vergessen: Feiertage
Und jetzt noch eine Sache, die selbst saubere Betriebe übersehen.
Ihre normalen Öffnungszeiten stimmen vielleicht überall. Aber was ist mit dem Feiertag? Mit der Woche zwischen den Jahren? Mit dem Brückentag, an dem Sie zumachen?
Google zeigt an Feiertagen standardmäßig Ihre normalen Zeiten an, wenn Sie nichts anderes hinterlegen. Das heißt: Am 3. Oktober steht dort "geöffnet", obwohl Sie längst frei haben. Und wieder steht jemand vor der Tür.
Im Google-Profil können Sie sogenannte Sonderöffnungszeiten eintragen, also besondere Zeiten für einzelne Tage. Nehmen Sie sich einmal im Quartal fünf Minuten und tragen Sie die nächsten Feiertage vor. Das ist der Unterschied zwischen einem Kunden, der versteht, dass Sie Feiertag haben, und einem, der sich veräppelt fühlt.
Was das mit einer guten Website zu tun hat
Wenn wir bei Luminary Performance eine Website bauen, achten wir darauf, dass die Angaben auf der Seite von Anfang an stimmen und leicht zu pflegen sind. Aber die Website ist nur eine der fünf Stellen. Die anderen vier liegen in Ihrer Hand, egal wer Ihre Seite gemacht hat.
Deshalb ist mir dieser Artikel wichtig, auch wenn er uns nichts verkauft: Diese Aufräumaktion können Sie heute Nachmittag selbst erledigen. Sie kostet nichts außer einer halben Stunde. Und sie verhindert etwas, das Ihnen sonst still und leise Kunden kostet, ohne dass Sie je erfahren, warum.
Setzen Sie sich also einmal hin, googeln Sie sich selbst, und sorgen Sie dafür, dass alle Stellen dieselbe Wahrheit erzählen. Das ist unspektakulär. Aber es ist eine der ehrlichsten Verbesserungen, die Sie für Ihren Betrieb machen können. Wenn Sie danach merken, dass auch die Website selbst mal wieder dran wäre, können wir gern darüber reden. Ohne Druck.