Wem gehört Ihre Website eigentlich? Warum Domain und Zugänge auf Ihren Namen laufen sollten
Das Thema kommt bei uns öfter auf den Tisch, als Sie denken. Ein Inhaber will nur eine Kleinigkeit ändern lassen. Neue Öffnungszeiten, ein anderes Foto. Und stellt dabei fest: Er kommt an seine eigene Website gar nicht richtig ran. Die Domain, also die Internetadresse mit dem Firmennamen, läuft auf jemand anderen. Die E-Mail-Postfächer liegen irgendwo, keiner weiß genau wo. Und der Bekannte, der das damals gebaut hat, meldet sich seit Monaten nicht.
Ich will hier keine Panik machen. Und ich will auch nicht auf die alte Agentur oder den Neffen schimpfen. Meistens war da nichts Böses im Spiel. Aber ich möchte Ihnen erklären, warum ein paar Dinge auf Ihren Namen gehören. So wie Ihr Firmenschild an der Tür.
Es ist kein Drama, wenn jemand anderes die Technik macht
Fangen wir mit dem an, was völlig in Ordnung ist. Sie müssen die Technik hinter Ihrer Website nicht verstehen. Sie müssen nicht wissen, was ein Server ist oder wie eine Domain umgezogen wird. Genauso wenig, wie Sie die Buchhaltung selbst machen müssen, wenn Sie einen Steuerberater haben.
Dass ein Dienstleister die Technik betreut, ist normal und oft sinnvoll. Jemand kümmert sich um Updates, hält die Seite am Laufen, ist erreichbar, wenn was klemmt. Das ist ein guter Zustand.
Zum Problem wird es erst an einer anderen Stelle. Nämlich dann, wenn Sie im Streitfall oder beim Wechsel nicht mehr an Ihr eigenes Zeug kommen. Wenn Sie also abhängig sind von der Laune, der Erreichbarkeit oder der Gesundheit einer einzigen Person.
Der Unterschied ist wichtig: Betreuung ist gut. Abhängigkeit ist gefährlich. Und die beiden fühlen sich im Alltag genau gleich an, solange alles gut läuft. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn es mal nicht gut läuft.
Die Domain gehört Ihnen wie Ihr Firmenname
Stellen Sie sich vor, jemand hätte damals das Schild über Ihrem Laden anbringen lassen. Netterweise, vielleicht sogar kostenlos. Aber das Schild läuft rechtlich auf seinen Namen. Sie können es nicht abnehmen, nicht ändern, nicht mitnehmen, wenn Sie umziehen. Sie müssten jedes Mal fragen.
Genau das passiert bei einer Domain, die nicht auf Ihren Namen läuft. Die Domain ist Ihre Adresse im Netz, oft mit Ihrem Firmennamen drin. meine-werkstatt-berlin.de, so etwas. Diese Adresse haben sich Kunden gemerkt, sie steht auf Ihren Rechnungen, auf dem Transporter, auf Google.
Wenn diese Adresse nicht Ihnen gehört, gehört Ihnen ein Stück Ihrer Identität nicht. Und das kann teuer werden. Ich habe erlebt, dass Betriebe eine neue Adresse nehmen mussten, weil sie an die alte nicht mehr rankamen. Das ist, als würden Sie umziehen und niemandem Bescheid sagen können.
Deshalb meine klare Linie: Die Domain muss auf Sie laufen. Auf Sie als Person oder auf Ihre Firma. Nicht auf die Agentur, nicht auf den Bekannten. Wer die Domain danach technisch verwaltet, ist eine zweite Frage. Aber der Eigentümer sind Sie.
Zugänge, die nur Texte ändern lassen, reichen nicht
Es gibt noch eine Falle, die weniger offensichtlich ist. Manchmal bekommen Inhaber durchaus einen Zugang. Sie können einloggen, Texte ändern, ein Foto tauschen. Das fühlt sich an, als hätten Sie die Kontrolle.
Haben Sie aber nur zum Teil. Denn dieser Zugang erlaubt oft nur Änderungen an der Oberfläche. Nicht am Fundament. Sie kommen an die Texte, aber nicht an die Domainverwaltung. Nicht an die Stelle, wo entschieden wird, wohin Ihre Adresse zeigt und wer sie umziehen darf.
Das ist ein bisschen so, als hätten Sie einen Schlüssel für die Ladentür, aber nicht für den Sicherungskasten. Im Alltag merken Sie das nicht. In dem Moment, wo Sie wechseln wollen, stehen Sie davor und kommen nicht rein.
Wenn Sie also einen Login haben: gut. Aber fragen Sie sich, wozu dieser Login Sie berechtigt. Nur zum Ändern von Inhalten? Oder auch zur Verwaltung des Fundaments?
Drei ruhige Fragen, mit denen Sie das klären
Sie brauchen dafür kein Fachwissen und keinen Streit. Sie brauchen drei Fragen. Stellen Sie die Ihrem Betreuer freundlich, so wie Sie Ihren Steuerberater nach einem Beleg fragen würden.
Erstens: Auf wessen Namen läuft die Domain? Nicht wer sie verwaltet, sondern wer der Eigentümer ist. Die Antwort sollte Ihr Name oder Ihr Firmenname sein. Wenn da ein anderer Name steht, ist das der erste Punkt, den Sie in Ordnung bringen sollten.
Zweitens: Wer hat Zugang zur Domainverwaltung, und bekomme ich ihn? Das ist die Stelle, an der man die Domain umziehen kann. Ein seriöser Betreuer gibt Ihnen diesen Zugang oder sorgt dafür, dass Sie ihn jederzeit bekommen. Ohne lange Diskussion.
Drittens: Komme ich an meine eigenen Geschäfts-Mails? Wenn Ihre E-Mail-Adresse info@ihre-firma.de heißt, hängt die oft an derselben Domain. Fragen Sie, wo die Postfächer liegen und ob Sie die Zugangsdaten haben. Verlieren Sie hier den Zugriff, sind auch alte Kundenmails weg.
Der ehrliche Prüfstein hinter allen drei Fragen ist derselbe: Könnten Sie morgen zu einem anderen Dienstleister wechseln, ohne jemanden um Erlaubnis bitten zu müssen? Wenn ja, ist alles gut. Wenn nein, wissen Sie jetzt, wo Sie ansetzen müssen.
Wie die Reaktion Ihnen die Antwort verrät
Ein Detail noch, weil es in der Praxis so oft hilft. Achten Sie nicht nur auf die Antwort, sondern auf die Reaktion.
Ein fairer Betreuer sagt sinngemäß: "Klar, die Domain läuft auf Sie, hier sind die Zugänge, sagen Sie Bescheid, wenn Sie was brauchen." Das ist entspannt, weil er nichts zu verbergen hat.
Wird es dagegen ausweichend, kommen Ausreden oder das Gefühl, Sie stellten eine unverschämte Frage, dann haben Sie Ihre Antwort schon fast bekommen. Nicht weil die Person böse ist. Sondern weil offenbar etwas nicht sauber getrennt ist. Und diese Trennung ist Ihr gutes Recht.
Sie fragen ja nichts Unmögliches. Sie fragen nach etwas, das Ihnen ohnehin gehört.
Wie wir das handhaben
Damit Sie wissen, woran Sie bei uns sind: Bei unserer Arbeit läuft die Domain grundsätzlich auf Sie. Sie sind der Eigentümer, wir kümmern uns nur um die Technik, solange Sie das möchten. Und wenn Sie irgendwann wechseln wollen, bekommen Sie alles mit, ohne zu betteln. Das ist für mich kein Bonus, sondern Grundausstattung. Eine Website, aus der Sie nicht mehr rauskommen, ist keine gute Website.
Falls Sie gerade merken, dass Sie bei Ihrer jetzigen Seite unsicher sind, wem was gehört: Stellen Sie die drei Fragen von oben. In Ruhe, ohne Streit. Meistens klärt sich damit schon viel. Und wenn Sie danach über einen Neuanfang nachdenken, bei dem von Anfang an alles auf Ihren Namen läuft, schreiben Sie mir gern. Ganz ohne Druck.